Fantastisches Squashspektakel beendet - Team-WM in Paderborn endet mit packendem Finalfight

von Lennard Jessen am 30.08.2011

Auch die deutsche Nationalmannschaft hat Zeit für ein Fan-Foto! Auch die deutsche Nationalmannschaft hat Zeit für ein Fan-Foto!

Die schönsten Superlative reichen wohl auch nicht aus: Laut Chris Stahl von der WSF (Weltsquashverband) war es die bestorganisierte und durchgeführte Team-WM seit er von 1979 mit dabei ist. Eine Woche voller Begegnungen, Emotionen, Erfolgen wie Niederlagen, Fröhlichkeit und Spaß in Paderborn geht zu Ende. Schließlich hat es für den an Position 2 gesetzten Weltmeister Ägypten dann in einem packenden Fight gegen die an 1 gesetzten Engländer doch knapp gereicht. Auch unsere deutsche Nationalmannschaft überraschte seine Fans mit einem grandiosen 9. Platz (von 32 insgesamt). Damit holte sie das beste Ergebnis einer deutschen Herrenmannschaft bei einer WM seit 1997. Lennard Jessen war als Helfer dabei und berichtet im Folgenden über die Squash-WM für den SVSH.

Nachdem die Engländer sich sicher ins Halbfinale gespielt hatten, und zwar sogar ohne Satzverlust gegen die Australier, musste Weltmeister Ägypten stark um den Finaleinzug bangen. Erst im fünften Satz war es Mohamed El Shorbagy, der sich in einem packenden 90-Minuten-Match gegen Mathieu Castagnet (FRA) durchsetzte und damit für Ägypten zum Held wurde. Das Finale war an Spielqualität nicht mehr zu überbieten, fuhren doch beide Teams ihre stärksten Spieler auf, darunter 5 Akteure aus den TOP10 der aktuellen Weltrangliste. Ging Ägypten in einem spannenden Match durch den Sieg von Ramy Ashour über den Weltranglistenersten Nick Matthew in Front, umso deutlicher glichen die Engländer durch den souveränen 3:0 Sieg von Peter Barker über Hisham Ashour aus. Der Weltmeistertitel wurde damit zwischen Karim Darwish (ÄGY) und James Willstrop (ENG) entschieden. In einem knappen 3:1 Match siegte schließlich Darwish und ließ nach dem erfolgreichen Matchball der ägyptischen Bank kein Halten mehr: Voller Freude stürmten die Akteure mit Trainer und weiteren Offiziellen auf den Glascourt, in dem dann die Siegerehrung stattfand.

Topleistungen zeigte auch unsere deutsche Nationalmannschaft: Das Team von Bundestrainer Oliver Pettke landete am Ende auf Rang 9 und übertrifft damit die Setzposition 16 um ein Vielfaches. Letztlich konnte man im "Klassiker" gegen die Niederländer mit 2:0 die Partie bereits vorzeitig entscheiden. Das dritte Match wurde nicht mehr ausgespielt. Allen voran WM-Botschafter Simon Rösner, der im Achtelfinale gegen die Nr. 1 der Ägypter diesen am Rande einer Niederlage hatte, auch wenn der Sieg nicht zum Weiterkommen gereicht hätte. Auch gegen den Weltranglistenersten Matthew (ENG) holte Rösner einen Satz. Mit den weiteren guten Ergebnissen der anderen deutschen Spieler lässt sich für die 2013 in Paris stattfindende Team-WM unter dem Gesichtspunkt des jungen deutschen Teams sogar noch eine Leistungssteigerung erhoffen.

Allgemein gilt eines und das ist allen klar: Paderborn hat sich so stark ins Zeug gelegt in allen Bereichen, um ein "perfektes" Event für die Squash-Weltelite zu organisieren. Es ist den Verantwortlichen in vollem Maße gelungen. Top-Attraktivität war der brandneue ASB-Glascourt mit knapp 1000 Zuschauerplätzen, die immer ausgebucht waren. Dieser neue ASB-Prototyp soll jetzt um die Welt gehen und vielerorts eingesetzt werden. In diesem Court gab es eine äußerst eindrucksvolle Lichtershow, die mit einer entsprechenden Soundanlage das Bild abrundeten und professionelle Spielmoderation ermöglichte. Weitere Exklusivität besaß auch die Live-Übertragung auf einen kostenfreien Internet-Livestream, sodass man auch entspannt von zu Hause schauen konnte. Außerdem gab es neben diversen Messeständen im Hauptbereich der WM-Arena auch Getränke- und Essensstände. Ca. 180 sogenannte "Volunteers" waren über alle Tage hinweg im Einsatz, um den Spielern und Zuschauern das Erlebnis so angenehm wie möglich zu gestalten. Dass man es in Paderborn "drauf hat", eine WM auszurichten, bestätigte der WSF-Vizepräsident Chris Stahl, der erneut an die ebenfalls gelungene Jugend-WM 1990 in Paderborn erinnerte. Einer von ca.180 "Volunteers" war auch Lennard Jessen, der die ganze Woche in Paderborn verbrachte. Ebenfalls bei derm WM aktiv dabei war Verbandspräsident Torsten Riegler, der als Schiedsrichter stets für die beste Entscheidung im Dienst war. Der SVSH freute sich auch sehr über viele Squashfreunde aus "seinem" Gebiet, stellvertretend seien Elmshorn, Bargteheide und Kiel genannt.

In einer großen Siegerehrung im Anschluss an das Finale wurde der Siegerpokal übergeben. Im Anschluss gab es eine große "After-Show-Party" auf dem Ahorn-Sportgelände. Viele Spieler fanden danach auch noch den Weg in einer nahegelegene Diskothek, in der sie sich ganz ihren Fans präsentierten.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich die angekündigten Verantwortlichen des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC) in Paderborn umgesehen haben und sich damit die Chance auf die Olympia-Teilnahme 2020 vergrößert. Die Paderborner-Organisatoren um Norman Farthing und Andreas Preising inklusive aller weiteren Helfer und Organisatoren jedenfalls haben alles dazu Mögliche getan. Außerdem verbinden die Organisatoren die Hoffnung auf einen kleinen Squash-Aufschwung in Deutschland mit der WM.

Trotz 0:3 Niederlage gegen den Weltmeister: Starke Leistung!

von Lennard Jessen am 25.08.2011

Verlangte dem Weltranglisten-Zweiten Ashour alles ab: Simon Rösner (vorne) Verlangte dem Weltranglisten-Zweiten Ashour alles ab: Simon Rösner (vorne)

Ein neues Sommermärchen ist der deutschen Nationalmannschaft der Herren bei der 23. Mannschaftsweltmeisterschaft versagt geblieben, aber man kann getrost jetzt schon von einem neuen Star des Squashsports sprechen, denn zwei Tage nach der knappen Niederlage gegen den Weltranglisten-Ersten Nick Mathew (England) hat der 23jährige Paderborner Simon Rösner heute auch die Nummer 2 der Welt, Ramy Ashour (Ägypten), an den Rand einer Niederlage gebracht.
 
Und wenn man auf die WM zurück blickt, so wird zumindest von deutscher Seite aus das 11:9, 7:11, 11:8, 4:11 und 8:11 Rösners gegen Ashour und damit ein äußerst knappes Ergebnis in fünf Sätzen in Erinnerung bleiben. Sollten noch irgendwelche Zweifel bestanden haben, dass Rösner zu den besten Spielern der Welt gehört, im Match gegen den Ägypter räumte er diese aus. Die deutsche Nummer 1 hat sich zum Star entwickelt - jedoch ohne alle Allüren.

Dass die deutsche Mannschaft mit 0:3 gegen Ägypten verlor, geriet heute fast zur Nebensache, selbst wenn damit der Weg des deutschen Teams im Main Draw beendet ist. Der Titelverteidiger überstand die erste KO-Runde und erreichte die letzten 8 – aber die an 2 gesetzten Ägypter wurden dabei ernsthaft vom Gastgeber getestet, der wieder vor ausverkauftem Ahorn-Sportpark auf dem erstaunlichen ASB Glascourt antreten durfte.

Raphael Kandra hatte mit 1:3 gegen Mohamed El Shorbagy die Begegnung eröffnet (7:11, 11:9, 7:11, 4:11) und es konnte nicht erstaunen, dass er der Nummer 9 der Welt einen Satz abnahm, da jeder Ballgewinn von den Zuschauern wild bejubelt wurde.

Aber es gab wie gesagt kein neues Sommermärchen, auch wenn Rösner gegen Ashour das Match des Tages spielte und zweimal Satzführung hatte. Im abschließenden Dead Rubber Match unterlag Jens Schoor seinem Gegner Karim Darwish mit 9:11 und 6:11.

Deutschland spielt nun um Platz 9-16 gegen Kanada, das einzige Top 8 gesetzte Team, das nicht ins Viertelfinale einzog. Um 18 Uhr heute Abend heißt es wieder: Daumen drücken!!!

Warum eine Squash-WM besser als eine Fußball-WM ist!

von Christian Oswald am 24.08.2011

Fünf Gründe, warum eine Squash-WM besser als eine Fußball-WM ist:

  1. Der offizielle WM-Ball kostet nicht 110 €, sondern nur 4 €!
  2. Ein Squash-Spiel ist immer spannend. Es passiert jede Sekunde etwas anderes und unvorhergesehenes.
  3. Eine Sitzkarte für die Squash-WM ist für jedermann bezahlbar und man muss dafür nicht ca. 100 € ausgeben.
  4. Auch wenn sehr viel weniger Zuschauer Platz finden, ist der Begriff "Hexenkessel" bei der diesjährigen Squash-WM nicht nur symbolisch gemeint.
  5. Autogramme und Fotos kann man mit jedem Nationalspieler machen und sogar für ein kleines Gespräch nehmen sich die Weltklassespieler Zeit.

 

Das ist unser Squashsport. Einfach klasse!

Deutschland demontiert Spanien mit 3:0! Jetzt Achtelfinale gegen Ägypten!

von Lennard Jessen am 24.08.2011

Gastgeber Deutschland hat bei der 23. Mannschaftsweltmeisterschaft der Herren in Paderborn mit einem 3:0 Sieg gegen Spanien als Gruppenzweiter in Gruppe A das Achtelfinale erreicht. Gegner wird dort am heutigen Mittwochabend (18.00 Uhr) auf dem ASB Glascourt in der Paderborner Squash Arena WM-Titelverteidiger Ägypten sein. Der Titelverteidiger besiegte in Gruppe B Neuseeland mit 3:0 und rangiert vor Hong Kong China.

Jens Schoor besiegte den Spanier Alejandro Garbi zum Auftakt mit 3:0 (11:4, 11:7, 11:5). André Haschker ließ mit 3:0 gegen David Vidal nichts anbrennen (11:5, 11:7, 11:0). Auch Deutschlands Nr.1 Simon Rösner hatte mit Borja Golan bei seinem ungefährdeten 3:0 Sieg keine Probleme. Gleichzeitig war dies der erste Erfolg für Rösner über den Spanier Golan überhaupt.

 

LIVE-Übertragung des "Hammerspiels" gegen Ägypten wie gewohnt im LIVE-Stream.

England gibt sich keine Blöße

von Lennard Jessen am 23.08.2011

Simon verlor zwar 1:3, zeigte aber eine tolle Leistung gegen die Nr.1 der Welt, Nich Matthew (vorne) Simon verlor zwar 1:3, zeigte aber eine tolle Leistung gegen die Nr.1 der Welt, Nich Matthew (vorne)

Ein Riesending, dieses Match gegen England, das am Montag gegen 19:35 knapp 1000 Zuschauer im wieder ausverkauften Ahorn-Sportpark als erstes sportliches Glanzlicht dieser Weltmeisterschaft erlebt haben. Deutschland – England, Simon Rösner – Nick Matthew, die Nummer eins der Welt gegen die Nummer 30. Was auf dem Papier wie eine klare Angelegenheit aussieht, entwickelte sich auf dem ASB Glascourt zu einer Demonstration für den Squash-Sport. Jetzt richten sich die Augen auf die Partie gegen die Spanier heute Abend (18.00 Uhr), wenn es um den Einzug in die nächste Runde geht. Seid wieder live dabei!

Angefeuert vom Publikum gewann Simon Rösner nach 8:10-Rückstand den ersten Satz noch 13:11 und die Halle tobte. Dass es der einzige Satzgewinn des Deutschen beeim 13:11, 7:11, 5:11 und 8:11 blieb tat der grandiosen Stimmung keinen Abbruch, denn der 23jährige gestaltete auch die anderen Sätze ausgeglichen und war ein fast ebenbürtiger Gegner. Sieger Nick Matthew zeigte sich von der Atmosphäre sichtlich beeindruckt. „Ich spiele Turniere auf der ganzen Welt, aber das ist mit Abstand das beste Publikum, das ich je erlebt habe.“

Am Ende verlor die deutsche Mannschaft erwartungsgemäß mit 0:3. André Haschker unterlag Peter Barker mit 0:3 (6:11, 6:11, 5:11).

Raphael Kandra verlor gegen James Willstrop ebenfalls mit 0:3 (5:11, 5:11, 6:11).

Squash-WM in Paderborn – Ein klasse Erlebnis!

von Christian Oswald am 22.08.2011

Mit einer großen Lichtershow und viel Musik, die den neuen Glascourt angemessen in Szene setzte, startete nun gestern auch der sportliche Teil der Squash-WM 2011 in Paderborn in die Vollen!

Vor über 1000 Zuschauer, die von vier Seiten den Glascourt umrandeten und ordentlich Stimmung machten, spielte die deutsche Nationalmannschaft um Simon Rösner, Jens Schoor, Raphael Kandra und André Haschker, gegen die Nationalmannschaft von Irland. Und sie machte es spannend! Nachdem Jens sein erstes Spiel leider verlor – er sprach sichtlich mitgenommen von seinem „schlechtesten Spiel seiner Karriere“ – gewann zunächst Simon sicher das zweite Spiel und danach André in einem spannenden 3-Satz-Match.

Ein also letztendlich gelungener Start für die deutsche Nationalmannschaft und auch ein gelungener Start in eine gut organisierte Weltmeisterschaft.

Denn nicht nur der beeindruckende Glascourt mit seinen Lichteffekten und Leuchtbanner erfreut die Zuschauer, sondern auch eine großer Messebereich, in dem nicht nur die bekannten Marken Dunlop, Oliver, Prince und Asics vertreten sind, sondern auch die Stadt Paderborn und andere Marken und Institutionen. Des Weiteren können die Besucher selbst tätig werden, indem sie sich z.B. und interessanterweise im Golfen üben. Und ganz nebenbei fehlt es natürlich nicht an einladenden Biergärten, die den Besucher mit Getränken und Essen versorgen – in dem Glascourt-Bereich mit seinen extrem warmen Temperaturen nicht zu verachten.

Entgegen anderer Sportarten, wie z.B. Fußball, gibt es bei dieser WM Weltklassespieler zum Anfassen: Überall läuft man Ihnen über den Weg. Sie beantworten Fragen, geben Interviews und Autogramme und freuen sich ebenso wie die anwesenden Zuschauer über diese tolle Weltmeisterschaft. So nehmen sie auch gerne in Kauf, wenn ihnen Jürgen Lutter und Lars Osthoff, die Moderatoren, die die WM begleiten, sofort nach dem Spiel - noch auf dem Court - die Fragen stellen, die alle Zuschauer interessieren.

Zudem kann man auch schonmal aus Versehen mit Nick Matthew (ENG), der aktuellen Nummer 1 der Welt, zusammenstoßen oder ganz übersehen, dass gerade Ramy Ashour, die aktuelle Nummer 2 der Welt, an einem vorbeigelaufen ist.

Diese WM lässt die Herzen eines jeden Squashfans und bestimmt auch des einen oder anderen „Squashlaiens“ höher schlagen, denn so ein Ereignis wird man in Deutschland in den nächsten Jahren wohl erst einmal nicht mehr erleben.

Ich kehre sehr begeistert und mit vielen Eindrücken von der 23. Squash-Team-Weltmeisterschaft in Paderborn zurück und kann nur jedem ans Herz legen: Wer diese Woche noch Zeit hat, sollte sich diese für einen Besuch in Paderborn nehmen, auch wenn u.a. das Finale leider schon ausverkauft ist. Ansonsten muss er/sie sich eben mit dem Livestream zufrieden geben.

 

Fotos von der WM 2011 gibt hier.

Lennard Jessen als Helfer bei der WM dabei!

von Christian Oswald am 08.08.2011

Als sogenannter "Volunteer" wird unser Pressewart Lennard von Sonntag, den 21.08. bis einschließlich Mittwoch, den 24.08. bei der Team-WM 2011 in Paderborn als "Courtbetreuer" tätig sein. Ab dem Viertelfinale wil er selbst die Spiele genießen, die dann noch bis Samstag, den 27.08. anddauern. Seine Aufgaben in einem knapp 100-köpfigen Helferteam werden die Live-Ergebniseingabe, Getränke- und Obstversorgung sowie die Platzsauberkeit sein. Neben freiem Eintritt bis zum Viertelfinale gibt es auch ein Helfer-T-Shirt sowie Verpflegung für ihn. Und natürlich: die besten Spieler der Welt hautnah! Neben den vielen Weltklassespielern freut er sich auch darauf, unseren Spitzenspieler Shaun le Roux anzutreffen. Weitere Berichte folgen! ;-)